NSU Quickly
1953 wurden neue gesetzliche Vorschriften und ein eigener Name für die Gattung der Motorfahrräder festgelegt. Bei einem Wettbewerb wurde dafür der Name Moped ermittelt, welcher sich aus den Begriffen Mo(tor) und Ped(ale) ergab. Der Hubraum wurde auf 50 cm³ begrenzt, das Gewicht durfte 30 kg plus 10% Toleranz nicht überschreiten. Diese Mopeds waren damals schon steuer- und zulassungsfrei.
Bis zur Einführung der Führerscheinklasse V war keine Fahrerlaubnis erforderlich. Die Vollendung des 16. Lebensjahres reichte völlig aus.
Quickly steht im englischen für “flott”, was für den Exportmarkt somit von doppelter Bedeutung war. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde unter anderem der Spruch “Nicht mehr laufen, Quickly kaufen” geprägt.
Der Zentralpressrahmen aus Blech war das tragende Element des Fahrgestells.
Das Hinterrad war starr aufgehängt, während die Vorderachsfederung aus kurzen Schwinghebeln mit Schraubenfedern bestand, welche unten an den Pressstahl-Gabelholmen befestigt waren. Neben dem Rahmen wurde das Erscheinungsbild durch die 26 Zoll hohen Laufräder mit der schmalen 2 Zoll Bereifung geprägt.
Betont wurde das schlanke Erscheinungsbild noch durch einen tropfenförmigen Dreilitertank, der oben auf dem Rahmen saß. Der 50 cm³ Zweitaktmotor war unterhalb des Rahmenbogens mit Schrauben befestigt.
Die Höchstleistung betrug 1,4 PS bei 5000 U/min. Mit einem Drehradgriff am linken Ende des Lenkers erfolgten die Gangwechsel.
Dazu musste stets der Kupplungsgriff gezogen werden.
Gestartet wurde mit den Fahrradpedalen, welche in das Getriebe griffen. Ebenfalls mit den Pedalen wurde die Hinterradbremse (Rücktrittbremse) betätigt. Am Vorderrad tat eine kleine Innenbacken- Trommelbremse ihren (für heutige Verhältnisse Abenteuerlichen) Dienst. Eine Fahrradklingel. Gepäckträger, Luftpumpe, Gummischwingsattel und Bordwerkzeug (untergebracht hinter einer Abdeckung in der Gabel unterhalb des Scheinwerfers), gehörten zur Serienausstattung. Der Hauptständer war aus Draht geformt. Der Kraftstoffverbrauch (Öl-Benzingemisch 1:25) betrug je nach Fahrstil zwischen 1,5 und 2,5 Litern auf hundert Kilometern.
Es wurden im Zeitraum 1953 bis 1962 rd. 540000 Quicklys vom Typ N gebaut.
Meine ist aus dem Jahr 1954, ich habe sie im Jahr über eine Kleinanzeige einer Zeitung gefunden.
Sie war in einem ziemlich desolaten Zustand, aber komplett.
Der Aufbau war eine Winteraktion, bei der ich den Fehler machte dass ich unbedingt zum Frühjahr fertig sein wollte, diese Hektik rächte sich später. Die Fehler die beim ersten Zusammenbau gemacht wurden sind später bei einer erneuten Demontage behoben worden, ich habe daraus gelernt dass man sich ruhig Zeit lassen soll.
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Peter Unterwegs

